In Münster trafen sich die Vertreter der rund 43.000 Genossenschaftsmitglieder der PSD Bank Westfalen-Lippe eG zur jährlichen Vertreterversammlung. Sie verabschiedeten ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 und beschlossen eine Gewinnbeteiligung der Genossenschaftsmitglieder. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Kukuk wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Satzungsgemäß leitete der Aufsichtsratsvorsitzenden Dipl.-Ing. Christian Boehnke die Sitzung. Die Vorstände Reinhard Schlottbom (Vorsitzender) und Norbert Kerkhoff gaben den Vertretern einen Überblick über ein bewegtes Geschäftsjahr 2016. Wachsende Regulierungsanforderungen, niedrige Zinsen und digitale Wettbewerber waren weiterhin eine große Herausforderung.

Bestandskundenpflege und Erschließung neuer Geschäftsfelder

„Wachstum um jeden Preis hat in diesem Umfeld keine Zukunft“, so Reinhard Schlottbom. Daher setze man auf eine ertragsbewusste Konditionenpolitik und die Pflege der Stammkundschaft. Außerdem habe man mit der Erschließung weiterer Geschäftsfelder begonnen und im Jahr 2016 bereits deutliche Erfolge verzeichnet. Durch Vermietung des zweiten Bauabschnitts der Bank am Münsteraner Hafen werde man zukünftig stabile Erträge generieren. Die Baufinanzierung sei um Planungs-, Überwachungs- und Baudienstleistungen ergänzt worden. Die neue Beratungstochter pit-con GmbH berate sehr erfolgreich andere Banken in den Bereichen Steuerung, Prozessmanagement und IT. Diese und andere Ertragsquellen sollen das finanzielle Fundament der Genossenschaft nachhaltig stärken.

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Strategien tragen erste Früchte

All diese Maßnahmen haben sich aus Sicht des Vorstandes in 2016 bereits ausgezahlt. „Das Jahr 2016 verlief unter schwierigen Umständen sehr erfolgreich.“ resümiert der Vorstandsvorsitzende Reinhard Schlottbom. Zwar ging die Bilanzsumme auf rund 1,1 Mrd. Euro leicht zurück (- 2,5 Prozent), das Betriebsergebnis (vor Steuern) legte aber deutlich zu und lag am Stichtag bei 7,15 Mio. Euro (+ 66 Prozent).

Der Jahresüberschuss (nach Steuern) lag zum Jahresende bei rund 2,5 Mio. Euro (+ 8,3 Prozent). Die Einlagen der Kunden nahmen leicht zu und beliefen sich am Stichtag auf 687 Mio. Euro (+ 0,3 Prozent). Auch der Zinsüberschuss konnte um 1,4 Mio. Euro gesteigert werden.

Der Kreditbestand nahm hingegen leicht ab und lag zum Jahresende bei 584 Mio. Euro (- 1,2 Prozent). Maßgeblichen Einfluss darauf hatten die strengen Vorschriften zur Kreditvergabe durch die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Viele Kunden haben zudem die niedrigen Zinsen für Sondertilgungen ihrer Darlehen genutzt.

Insgesamt bewerten beide Vorstände das Jahresergebnis als positiv. Für 2017 vermeldete die Bank einen unverändert positiven Ausblick. Man habe noch nicht an der Gebührenschraube drehen müssen und könne weiterhin ein kostenloses Gehaltsgirokonto anbieten.

Den vollständigen Geschäftsbericht für das Jahr 2016 finden Sie hier.

Gewinnbeteiligung für die Mitglieder

Die Mitglieder der PSD Bank Westfalen-Lippe eG sollen auch in diesem Jahr am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, im Rahmen des MitgliederBonus-Programms für 2016 erneut einen Bonus von bis zu 4 Prozent des Geschäftsguthabens auszuschütten. Zudem erhalten alle Mitglieder eine Dividende in Höhe von 1 Prozent auf das Geschäftsguthaben. Der übrige Jahresgewinn dient zur weiteren Stärkung der Eigenmittel.

Verabschiedung und Neuwahlen im Aufsichtsrat

Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Kukuk schied nach fast 20-jähriger Tätigkeit aus dem Amt aus. Kukuk wurde erstmalig im Jahre 1998 in den Aufsichtsrat der PSD Bank Westfalen-Lippe eG gewählt. 2003 übernahm er den Vorsitz. Nach 12 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender übergab er sein Amt 2015 an Christian Boehnke, blieb dem Gremium aber weiterhin als Mitglied erhalten. Jetzt schied der gebürtige Warburger vollständig aus dem Aufsichtsrat aus und verabschiedete sich in den Ruhestand.

Nachfolger Christian Boehnke und Vorstandsvorsitzender Schlottbom dankten ihm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und würdigten seine Verdienste: In Kukuks Ära wuchs die Bank um 270 Prozent und legte beim Eigenkapital um 430 Prozent zu. Die Zahl der Arbeitsplätze verdreifachte sich und die Zahl der Mitglieder und Kunden stieg um 25.000. „Diese Erfolgsgeschichte ist wesentlich sein Verdienst und ein bedeutsamer Beitrag in der 145-jährigen Geschichte der PSD Bank“, so Schlottbom. Auch Karin Korthals-Scholz schied nach dreijähriger Amtszeit aus, wurde aber in geheimer Wahl neu gewählt. Zusätzlich wurde Wilhelm Verlage aus Rheine, ehemals Leiter der Innenrevision, als neues Aufsichtsratsmitglied bestellt.

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