Christian Boehnke im Interview

Herr Boehnke, schön, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung stehen. Im Juni hat der Aufsichtsrat Sie zu seinem Vorsitzenden gewählt. Was hat Sie dazu bewogen, sich zur Wahl zu stellen?

Seit nunmehr drei Jahren bin ich ja bereits Mitglied im Aufsichtsrat der PSD Bank Westfalen-Lippe eG. Insofern wusste ich, was auf mich als Aufsichtsratsvorsitzenden zukommen würde. Meine Wahl kam nicht ganz überraschend, sondern war ein durchaus langwieriger und nicht einfacher Erkenntnis- und Entscheidungsprozess auf allen Seiten. Entscheidend für mich war, dass ich das einhellige Vertrauen der Aufsichtsratskollegen und der Vertreterversammlung genießen darf, was auch durch meine einstimmige Wiederwahl als Mitglied des Aufsichtsrates zum Ausdruck kam. Ich fühle mich als Fachmann für Management-, Risiko- und Prozessfragen gut gerüstet, hilfreiche Impulse für die Genossenschaft geben zu können. Genauso wichtig ist mir aber die Vermittlung einer ganzheitlichen Sicht auf unsere Aufgaben als Aufsichts- und Beratungsorgan.

Die ersten Monate Ihrer Amtszeit sind verstrichen. Welche Erfahrungen durften Sie in dieser Zeit im Rahmen Ihres Amtes machen?

Nach meiner Wahl im Juni habe ich zunächst viele Gespräche geführt, um die verschiedenen Erwartungen der Vertreter, des Vorstandes, der Mitarbeiter und der Aufsichtsratskollegen noch besser verstehen zu können. Anfang August haben Franz-Josef Kukuk und ich uns einen ganzen Tag Zeit genommen, um gemeinsam mit dem Vorstand die anstehende Arbeit und die Zukunftsvorstellungen abzugleichen. Das PSD-Haus ist gut und solide bestellt, die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat ist schon in der Vergangenheit eng, konstruktiv und von großem persönlichen Vertrauen geprägt gewesen. Auf diesen Grundlagen möchte ich aufbauen.

Ihr Vorgänger Franz-Josef Kukuk hat das Amt des Vorsitzenden 12 Jahre lang engagiert ausgeübt. Treten Sie ein schweres Erbe an?

Franz-Josef Kukuk hat seinen Rücktritt ins 2. Glied langfristig vorbereitet. Er gab mir Gelegenheit, mich einzuarbeiten und in allen wichtigen Feldern bereits Einblick zu erlangen. Schön, dass er mir noch zwei Jahre mit seiner Erfahrung und Tatkraft zur Seite steht, was ich sehr dankbar annehme und schätze.

Was unterscheidet den Aufsichtsratsvorsitzenden vom privaten Christian Boehnke?

Ich halte viel davon, in jeder Situation und bei jeder Aufgabe authentisch zu bleiben. So gesehen ist der private Mensch Christian Boehnke auch im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der gleiche, lediglich die Kleiderordnung ist im Privaten eine andere.

Was motiviert Sie am Beginn eines neuen Tages?

Die Freude am Leben, die Gewissheit, gebraucht zu werden, die Aussicht auf Neues und Unentdecktes – und eine gute Tasse grüner Tee.

Gibt es ein Credo, mit dem Sie in den Tag starten – und vielleicht auch in Ihre Amtszeit?

Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und für „andere“ da zu sein.

Auf welche Themen der nächsten Jahre freuen Sie sich besonders?

Die bewegten Zeiten werden oftmals einseitig nur als Probleme verstanden. Ich sehe in den aktuellen Entwicklungen der Finanzmärkte und der Bankenbranche aber auch viele Chancen. Diese gemeinsam mit dem Vorstand entdecken und erfolgreich im Sinne der Bank, der Mitglieder und der Mitarbeiter heben zu können würde mich zufriedenstellen. Ich freue mich besonders auf diese Zusammenarbeit, auf konstruktive Begegnungen und vielfältige, auch für mich neue Erfahrungen.

Vielen Dank für die offenen Worte.

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