Wer eine Banklehre beginnt, kommt meist direkt von der Schule in den kaufmännischen Beruf. Die Auszubildenden der PSD Bank Westfalen-Lippe eG haben im zweiten Lehrjahr Gelegenheit, „über den Tellerrand des Bankgeschäftes hinauszublicken“ – und zwar bei einem einwöchigen Praktikum in einer sozialen Einrichtung. Bei diesem „Sozialpraktikum“ sammeln sie wertvolle Erfahrungen im verständnisvollen und sicheren Umgang mit Menschen und stärken damit ihre Sozialkompetenz. Da dies auch im täglichen Umgang mit den Bankkunden wichtig ist, werden die Auszubildenden für das Praktikum von ihrer Arbeit in der Bank freigestellt. Die Praktikumsstelle können sie frei wählen.

Anna Mennemeyer nahm diese Chance als erste Auszubildende wahr und engagierte sich eine Woche lang im Altenheim Friedrichsburg. Trotz des kurzen Zeitraumes konnte Anna während ihres Praktikums im Altenheim tat-kräftig unterstützen. Sie spürte, wie Kollegen und Bewohner ihr zunehmendes Vertrauen schenken und immer verantwortungsvollere Aufgaben übertragen. Am Ende der Woche verlässt Anna die Friedrichsburg mit schwerem Herzen und spannenden Erfahrungen.

Annas Tagebuch

Tag 1 (Montag, 10.10.2016)

An meinem ersten Praktikumstag im Alten-heim wurde ich mit offenen Armen empfangen. Die anfängliche Aufregung war dadurch rasch besiegt. Und anpacken konnte ich auch direkt: Beim Mittagessen und beim Spiele-Nachmittag hatte ich das Gefühl, schon jetzt eine echte Hilfe zu sein.

Tag 2 (Dienstag, 11.10.2016)

Die Arbeit in der Friedrichsburg gibt mir ein gutes Gefühl: Ich spüre schon jetzt, dass meine Kollegen und auch die Bewohner Vertrauen aufbauen. Dadurch werden mir auch verantwortungsvollere Aufgaben anvertraut. Am zweiten Tag meines Praktikums durfte ich mich sogar schon um Personen kümmern, die ihr Bett krankheitsbedingt nicht verlassen können.

Tag 3 (Mittwoch, 12.10.2016)

Die Arbeit im Altenheim fordert mich mehr als erwartet – sowohl körperlich als auch psychisch. Allerdings geben mir die Kollegen und Bewohner auch ganz viel Energie zurück. Gestern habe ich zum Beispiel ganztägig eine Dame im Krankenhaus begleitet. Durch meine Anwesenheit konnte ich ihre Angst vor den medizinischen Untersuchungen etwas mindern. Ihre Dankbarkeit habe ich deutlich gespürt. Das gab mir ein gutes Gefühl.

Tag 4 (Donnerstag, 13.10.2016)

Am Donnerstag habe ich den ganzen Tag lang einen Pfleger bei der Arbeit begleitet. Das ist eine ganz andere Belastung als die Arbeit der letzten Tage. Man hat einen straffen Zeitplan. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die die Pfleger leisten.

„Zeit zu schenken bedeutet auch, selbst beschenkt zu werden – ein schönes Gefühl.“

Tag 5 (Freitag, 14.10.2016)

Mein Praktikum neigt sich dem Ende zu. Ich verlasse die Friedrichsburg mit Wehmut im Herzen. Trotz der kurzen Zeit war ich den Kollegen und Bewohnern eine echte Hilfe und habe viele spannende Erfahrungen gesammelt. Dafür bekam ich tolles Feedback und konnte spüren, wie das Vertrauen wuchs. Zeit zu schenken bedeutet eben auch, selbst beschenkt zu werden – ein schönes Gefühl. Ganz zum Schluss bekam ich für meine Hilfe noch ein großes Dankeschön von allen. Gern wäre ich länger geblieben.

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